1. Einleitung

Das folgende Dokument ist eine Anleitung zur Verwendung von LyX und pdfLaTeX. Die Lizenz dieses Dokuments ist public domain. Ergänzungen und Korrekturen zu diesem Dokument bitte in den Kommentaren! Auch Tipps aus eigener Erfahrung mit pdflatex und LyX sind gern gesehen!

2. Installation notwendiger Pakete

Die folgende Anleitung gilt für SuSE Linux 7.2 oder höher.

Es werden bei SuSE Linux 7.2 die folgenden Pakete aus der Serie tex (YaST1) bzw.
benötigt:

  • lyx
  • te_ams
  • te_cont
  • te_latex
  • te_pdf
  • te_pscm
  • tetex
  • transfig
  • xfig

3. pdfLaTeX konfigurieren

  1. Dokumentation von pdfLaTeX. Die Dokumentation von pdflatex ist /usr/share/doc/packages/te_latex/texmf/pdftex/base/pdftexman.pdf und /usr/share/doc/packages/te_latex/texmf/pdftex/base/pdfTeX-FAQ.pdf.
  2. Font-Mapping. Alle in einem LaTeX-Dokument verwendeten Schriftarten sollen auch im Adobe Type1-Format vorliegen. Nur solche Schriftarten werden im Acrobat Reader auf dem Bildschirm in guter Qualität angezeigt. Ist eine LaTeX-Schriftart nicht in einer Adobe Type1-Version vorhanden, so wird aus ihr eine Adobe Type3-Version (Bitmap-Schriftart) erzeugt und diese für die PDF-Datei verwendet. Acrobat Reader zeigt solche Type3-Schriften jedoch in sehr unleserlicher Qualität an, druckt sie jedoch recht ordentlich.
    Die normalerweise benutzten LaTeX-Schriftarten sind die europäischen ComputerModern-Fonts (ecfonts 1.0, vgl. /usr/share/texmf/fonts/source/jknappen/ec/). Das Paket cm-super enthält die Adobe Type1-Versionen all dieser Schriftarten, d.h. man muss es installieren:

    • Download von cm-super: Einfach die Adresse
      ftp://ftp.uni-bielefeld.de/pub/tex/fonts/ps-type1/cm-super.tar.gz verwenden.
      Die Paketgröße beträgt etwa 55MB.
    • Wer einen anderen CTAN-Mirror verwenden will, gehe zuerst auf
      http://www.ctan.org, wähle den Link »Look through«. Man navigiere sich durch die Links dann zu /fonts/ps-type1/cm-super/ und wähle den Link »entire directory«. Zu gegebener Zeit kann man dann noch den gewünschten CTAN-Mirror auswählen und erhält dann das Paket.
    • Man installiert das Paket nach den beiliegenden Installationsanweisungen.
    • Zum Abschluss der Installation muss man die ls-R-Datenbank des TeX-Systems erneuern, was auch der cron-Daemon täglich tut. Dazu ruft man das Skript mktexlsr auf. So finden LaTeX-Komponenten neu installierte Dateien, von denen nur der Name ohne Verzeichnis angegeben wird, z.B. Fonts in den FontMapping-Tabellen. Vergleiche zur ls-R-Datenbank die Dokumentation in /usr/share/texmf/doc/programs/kpathsea.pdf, Abschnitt 3.4.1 ‘ls-R’. Denn etliche Dateien werden nur in der ls-R-Datenbank und nicht auf Festplatte gesucht, wie die Zeichenkette »!!« in den von pdflatex -k 255 <datei.tex> ausgegebenen Suchpfaden zeigt. Die ls-R-Datenbank ist /var/lib/texmf/db/ls-R.
    • Nach der Installation muss man noch die FontMapping-Tabelle pdftex.map anpassen oder sogar neu erzeugen; auf diese Datei wird in der Konfigurationsdatei pdftex.cfg verwiesen. Man wechselt dazu ins Verzeichnis /var/lib/texmf/dvips/config/ und kopiert alle .map-Dateien aus dem Paket cm-super hierhin. Diese Dateien fügt man dem Skript updmap im entsprechenden Abschnitt hinzu und ruft es dann in diesem Verzeichnis auf: ./updmap. Die entstandene Datei pdftex.map kopiert man nun noch nach /var/lib/texmf/pdftex/config/.
  3. Um zu testen, ob die pdftex-Installation inkl. der Einrichtung der FontMapping-Tabelle gelungen ist, wechselt man ins Verzeichnis /usr/share/doc/te_latex/texmf/pdftex/base/ und führt aus: pdftex example.tex. Es sollte eine pdf-Datei erzeugt werden, die Adobe Type1 Fonts enthält; man kann dies im Dialogfeld »File | Document Info | Fonts ...« im Acrobat Reader nachprüfen: Hier muss unter »Type« stehen »Type 1« und nicht »Type 3«.

4. hyperref mit pdfLaTeX einrichten

Mit hyperref werden alle dokumentinternen Querverweise, Quellenangaben und Internet-Links zu Hyperlinks in der PDF-Datei. Das Paket hyperref ist in TeTeX, der TeX-Distribution von SuSE, bereits enthalten und wurde bereits mit installiert. Die Dokumentation zum Paket hyperref ist /usr/share/doc/packages/te_latex/texmf/latex/hyperref/manual.pdf

Um Hyperlinks zu erhalten, muss der LaTeX-Vorspann einer TeX-Datei etwa folgendes enthalten. In LyX gibt man diesen Text im Dioalogfeld »Layout | LaTeX Vorspann« ein, er wird wie er ist beim Export in die LaTeX-Datei übernommen:

usepackage{hyperref}
hypersetup {
   pdftex=true,
   hyperindex=true,
   colorlinks=true,
   bookmarks=true,
   bookmarksnumbered=false,
   pdfpagemode=None,
   bookmarksopen=false,
   pdftitle=Vorlesungsmodul Praktische Mathematik,
   pdfauthor=Matthias Ansorg,
   pdfcreator=pdfTeX (Web2C 7.3.1) 3.14159-0.13d,
   pdfstartview=FitBH
}

5. LyX konfigurieren und verwenden

Ich empfehle dringend, das beim ersten Start angezeigte Tutorial von LyX und auch die einführenden Kapitel der Dokumentation zu lesen, um LyX bedienen zu lernen. Es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen LyX und einer normalen Textverarbeitung!

Hat man ein Dokument in LyX erstellt, aus dem jetzt ein PDF-Dokument werden soll, so geht man folgendermaßen vor: In LyX ruft man den Menüpunkt »Datei | Exportieren | LaTeX« auf, wechselt in einem Terminal in das Verzeichnis der exportierten Datei und gibt den Befehl »pdflatex <dateiname>.tex« auf. Man sollte nicht direkt den Menüpunkt »Datei | Exportieren | PDF (pdflatex)« in LyX aufrufen, denn hier benötigt pdflatex mehrere hundert mal (!) so lange, um das Dokument zu berechnen. Das liegt irgendwie daran, dass dann alles in einem temporären Verzeichnis abläft. Dasselbe Verfahren wendet man an, wenn man ein dvi-Dokument aus einem LyX-Dokument erzeugen will.

Empfehlenswerte Layout-Einstellungen in LyX unter »Layout | Dokument ...«:

  • LaTeX-Dokumentenklasse
    • »article« für normale Anforderungen.
    • »article (AMS, sequential numbered)« für rein mathematische Dokumente.
  • Sprache german
  • Anführungszeichen »text« doppelt.
  • Seite A4 Hochformat, verwende Paket Geometry
  • »Extras | Plazierung von Floats | tbp«
  • »Extras | AMS Math benutzen« nur, wenn besondere, sonst nicht verfügbare mathematische Zeichen benötigt werden.

Mögliche Standards für die Benennung der Labels für Querverweise in LyX:

  • Formeln, Gleichungen: eq.<name>
  • Beispiele im AMS-Stil Example: exp.<name>
  • Definitionen im AMS-Stil Definition: def.<name>
  • Abbildungen: Abb_<dateiname-ohne-endung>

6. Grafiken verwenden zusammen mit LyX und pdfLaTeX

Alle Grafikdateien, die in Dokumenten eingebunden werden, die mit pdflatex
kompiliert werden sollen, müssen (!) im Format PDF sein. Weil pdflatex im
Gegensatz zu LaTeX alles nach dem ersten Punkt im Namen einer Datei als ihre
Endung betrachtet und PDF-Dateien an der Endung .pdf erkennt, dürfen die
einzunbindenden PDF-Dateien keine 2 Punkte im Dateinamen haben.

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