This time I’m writing in German, as by chance, I wrote the idea in German when it came to my mind today. It’s the further development of the »Multiplying Power Community« idea into a model for a society, with jump-start-ability. Contact me if you need the contents in English.

Bzgl. der Grundversorgung autarke Communities als Gesellschaftsmodell: sie sind bzgl. Import und Export abgeschottet. Dieses Konzept ist kein Freihandel. Benötigt wir also ein anderer Motivator als der Gewinn über den Verkaufspreis, um Effizienz zu gewährleisten. Idee: Autarkie ist nur bzgl. der Grundversorgung gefordert (Nahrung, Hausbau, Medizin usw. in Eigenleistung), denn das gewährleistet Überlebensfähigkeit in Krisen. Für den Komfortlevel (der Bedürfnispyramide) dagegen gilt Freihandel, und jede Community tritt als eine Firma oder ein Dienstleister auf. Das ist auch notwendig, weil High-Tech nicht autark hergestellt werden kann.

Außerdem: es sollte staatliche Programme zur Gründung solcher Communities geben. Diese sollen auch als funktionierende soziale Systeme aufgebaut sein und etwa 500 Menschen umfassen (Kibbuz-Größe). Eine kleine Power Community (10 Personen) organisiert die Ausreise- und Aufbauphase (1-2 Jahre in jeder Community). Durch solche Maßnahmen können Staaten das Slum- und Hungerproblem in Städten lösen. Denn Menschen ziehen nicht vom Land weg, weil Nahrungsversorgung prinzipiell unmöglich wäre, sondern weil es kein System gibt, das effiziente Nahrungsmittelproduktion gewährleistet. Die Communities aber sind solch ein System (inkl. Transportmitteln, Verkehrswegen, Landbesitz, Produktionsstätten, …). Mitglieder der Communities wären durch Vertrag für je 5 Jahre gebunden, so dass Auflösung durch simplen Personalmangel oder Fachpersonalmangel erschwert wird. Communties sollen auch Behinderte, Waisen und instabile Personen integrieren, anteilig entspr. deren Anteil an der Gesamtbevölkerung.

In diesem System besteht also die Marktwirtschaft weiter, aber zwischen größeren Einheiten (den Communities), nicht zwischen Individuen. Das ist ein Vorteil, denn diese Einheiten können sich in Krisenzeiten selbst versorgen, im Gegensatz zu Communities.

Gewinnmaximierung ist nicht mehr das Ziel der Einzelnen (auf Kosten der Gemeinschaft), sondern das Ziel der Gemeinschaften (der Communities), i.S.v. Wohlstandsmaximierung. Die Communties müssen klein genug bleiben, damit jeder den Effekt seines eigenen Beitrags zum Wohlstand aller auch persönlich spüren kann (also evtl. auch nur 50-100 Personen). Beteiligung am erwirtschafteten Gewinn und an Gewinnsteigerungen geschieht, indem die Community jedem eine durch die Autarkie garantierte Grundversorgung bereitstellt, und darüber hinaus die Einnahmen der Community gleichmäßig an alle verteilt werden.

Communities wissen, welches Fachpersonal sie benötigen, und machen Ausschreibungen dafür (zuerst intern unter den Heranwachsenden / Mitgliedern ohne Ausbildung, danach extern). Benötigt wird Fachpersonal für die Community-eigene Firma, und Fachpersonal für die Autarkie. Letzteres ist, für eine Community von 500 Personen: zwei Ärzte (Redundanz gefordert!; ein Arzt gleichzeitig Zahnarzt) , eine Hebamme, ein Pysiotherapeut (m/w), ein Tierarzt, zwei Mechatroniker, fünf Handwerker (Kombinationsberuf aus Elektriker / Zimmermann / Maurer / Lackierer usw.), zwei Kfz-Mechaniker, ein Psychologe (Seelsorger), zwei Bäcker, zwei Fleischer, … .

Jede Community darf auch eine »Style-Guideline« haben, so dass sich Individuen eine Community aussuchen können die ihrem Lebensgefühl entspricht (Hippy, Rocker, Familienmenschen, …).

Mitgliedertausch zwischen Communities und zwischen Community und Restgesellschaft ist zulässig, wenn dadurch die Stabilität der Community erhalten bleibt.

Lebensmittel aus der Autarkie-Versorgung werden in Rationen verteilt, um zu gewährleisten dass sie auch aufgebraucht werden. Zusätzlich können sich die Mitglieder Luxus-Lebensmittel (Gewürze, Süßkram usw.) von ihrem Geldeinkommen leisten, hergestellt von den Komfortlevel-Firmen der eigenen oder anderer Communities.

Eine Community sollte anstreben, nicht mehr als 20% ihrer Ressourcen für Autarkie-Versorgung zu verwenden (in Industrienationen derzeit: 3% Beschäftigte im primären Sektor). Es bleiben 80% Ressourcen, die prinzipiell kostenfrei eingesetzt werden können. In Normalzeiten zur Wohlstandserhöhung gegen Geld als Gegenleistung von anderen Communties und der Restgesellschaft. In Krisenzeiten, wo niemand mehr die Komfortlevel-Produkte kauft, kostenfrei zur Krisenreduktion.

Es kann auch Spezial-Communities geben: mobile Communities, oder Charity-Communities (die ihre 80% freien Ressourcen kostenfrei einsetzen).

Besonders interessant am Community-Ansatz ist: perspektiv- und hoffnungslose Menschen können wieder Perspektive und Hoffnung erhalten. Was oft das Grundproblem ist. Auch erfordert die Gründung einer Community nich viel: eine Power Community zur Begleitung des Spin-off (inkl. Ausbildung), Land, etwas Kapital, und Nothilfe-Backup durch einen Staat oder einen Zusammenschluss anderer Communities für den Fall, dass in der Gründungsphase durch noch fehlende Autarkie externe Hilfe benötigt wird. Diese externe Hilfe kann aber später zurückgezahlt werden. Die Gründung solcher Communities inkl. Kauf des Landes, Verhandlung mit staatlichen Organisationen und Entwicklungshilfe-Organisationen kann von einer einzigen kleinen Power Community (10 Mitglieder) bewerkstelligt werden. Diese kann alle 2-5 Jahre eine neue Community gründen, und steht bereits gegründeten Communities nur beratend zur Seite. Eine Power Community braucht hochintelligente, hochspezialisierte Mitglieder, deren Lebensaufgabe die Gründung von Communities ist (etwas finanielle Gegenleistung ist natürlich möglich, sobald Communities Gewinn bringen).

Das hier vorgeschlagene System eignet sich sowohl als Gesellschaftsordnung, als auch zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit ist nicht das Problem, sondern Erwerbslosigkeit (fehlende Möglichkeit zur Sebstversorgung). Das aber kann in einer Community nicht auftreten, durch das Autarkie-Konzept. Arbeitslosigkeit bedeutet in einer autarken Community dann bloß 80% Freizeit und einen geringeren Lebensstandard. Das ist kein gesamtgesellschaftliches Problem. Und die Community ist in der Lage, die 80% sinnvoll zu investieren, wenn auch nicht so effizient wie bei der Produktion in der eigenen Komfortlevel-Firma. Möglichkeiten sind z.B. Beiträge zur lokalen Infrastruktur, Teil-Autarkie im Komfortlevel (würde in Zeiten eines funktionierenden Wirtschaftssystems, d.h. ohne Arbeitslosigkeit, als zu ineffizient gelten) usw..

Einer der Fehler der modernen Zivilisationen ist, Spezialisierung so weit zu treiben, dass Individuen nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Die Communities sind die Gegenbewegung, und sie sind wettbewerbstauglich. Sie gewährleisten Selbstversorgung, bieten aber auch (in den Komfortlevel-Firmen) die Spezialisierung, die für industrielle Produktion notwendig ist.

Wenn es eine Arbeitsplatz-Standaridierung zwischen Communites gibt, kann es auch einen »Community-Mitgliedsplatz-Markt« geben: Communities werben um neue Mitglieder (wenn denn welche fehlen), haben also die Motivation, attraktiv zu sein.

Wichtige Beobachtung: die interne Strukturierung der Communities und deren übergeordnete Strukturierung (z.B. Verbände, Unternehmerverbände, Staaten, …) ist beliebig. Wichtig ist bloß, dass es die Community als »Pflanze« (viell. auch »Zelle«), d.h. als selbständig lebensfähigen Organismus, gibt. Das bedeutet, dass keine Community sich in Abhängigkeiten begeben wird und darf, die ihre Autarkie beschränken. In Krisenzeiten, in denen die Community-übergeordneten Strukturen dysfunktional sind oder sich radikal ändern, besteht die Community durch ihre Autarkie-Fähigkeit.

Problematisch ist, dass Communities nur in Gebieten angesiedelt werden können, in denen keine oder nur geringe Gefahr von Missernten besteht. Das kann durch Vorratshaltung (3-5 Jahre) an Nahrungsmitteln, und durch Auftreten als Agrarlieferant für die Restgesellschaft (wodurch bei geringeren Ernten noch genug zur Selbstversorgung bleibt) etwas ausgeglichen werden, so dass Communities auch z.B. in vielen Teilen Afrikas denkbar sind.

Indem die Community als Solidargemeinschaft auftritt, sind viele Sozialleistungen völlig unnötig (Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung (es bestehen Versorgungsansprüche ggü. verschiedenen Communities prozentual zur Zeit der jeweiligen Mitgliedschaft; in der Praxis aber viel unproblematischer, da die meisten Menschen sesshaft lebenslang in einer Community sein werden, viell. mit wenigen Austauschjahren als Gast woanders), tw. die Krankenversicherung durch eigene Ärzte).

Und, indem die Community als Solidargemeinschaft auftritt, werden viele Sorgen und allein untragbare Risiken aus dem Leben der Individuen entfernt. Staaten als Solidargemeinschaften sind möglich, aber instabil und unmenschlich (in Deutschland z.B. ist es schon lange nicht mehr so, dass Arbeitslosengeld als bereitwillige Hilfe des Staates für Bürger in Not gesehen werden kann; es ist das widerwillige Bewahren vor dem Verhungern, aus Angst vor Aufständen; ebenso mit Krankenkassen: das Anliegen des Systems ist schon lange nicht mehr eine gute Volksgesundheit, sondern es kämpft um sein finanzielles Überleben).

Indem die Solidargemeinschaft klein ist, wird es Möglich, Individuen für Fehlverhalten zur Verantwortung zu ziehen: Rauchen, Alkoholmissbrauch usw., was in großen Solidargemeinschaften (z.B. Staaten) ein Missbrauch des Gesundheitssystems ist, kann in Communities verboten werden, und diese Verbote können auch durchgesetzt werden.

Eine zwingende Voraussetzung für Autarkie ist eigener Landbesitz (d.h. das unbeschränkte, exklusive Nutzungsrecht an landwirtschaftlicher Nutzfläche). Denn die Community kann keine Pacht bezahlen, wenn sie in Krisenzeiten im »Autarkie-Modus« ist; denn in Krisenzeiten kann nichts verkauft werden, womit die Pacht bezahlt werden könnte, denn den Markt gibt es nicht mehr.

Diese Idee behebt auch das Problem der Hilfeleistung für hungernde und unselbständige Bevölkerung: es ist echte Hilfe zur Selbsthilfe, die sofortige Entlassung in die Unabhängigkeit, kein dauerhaftes Mit-Durchfüttern.

3 thoughts on “Gesellschaftsmodell »Autarke Communities«

  1. Hey Mat,

    danke für diese Ausarbeitung eines autarken System, sie hat mir gezeigt wie es gehen kann.
    Nun ich versuche schon etwas länger, genau an einem solchen System mitarbeiten zu können. Im Moment stecke ich noch mitten in meinem Studium aber danach will ich mein Leben nur noch der Permakultur und diesem System widmen, da es meiner Meinung nach der einzige Weg ist, ein langfristiges Leben der Menschheit auf diesem Planeten zu garantieren.
    Da dieser Eintrag ja schon ein bisschen älter ist wollte ich mal nachfragen, wie die Entwicklung auf diesem Gebiet aussieht. Gibt es nach deinem Wissen schon irgendwelche Pilotprojekte oder gar völlig autarke Communities?

    Ich würde mich über eine Antwort freuen!

    Mit besten Grüßen
    Matthias

  2. Hey Matthias 🙂 Schau mal auf ic.org, die haben eine lange Liste mit allen möglichen Communities, incl. Ecovillages und Permaculture-Farmen. Komplett autark kenne ich im Moment nichts, und denke mittlerweile das muss auch nicht sein: 95% Autarkie sollte für eine widerstandsfähige Community reichen. Sehr interessant bzgl. Erfindungen für mehr oder weniger vollständige Autarkie ist Open Source Ecology. Vielleicht kennst Du die auch schon.

    schöne Grüße,
    Matthias

  3. Das ist ja viel mehr als ich mir erträumt hätte! 😀

    Danke jetzt hab ich endlich wieder ein Ziel, was es zu erreichen lohnt 🙂

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