Beobachtung: Das »Funktionieren« einer Gemeinde hängt ganz wesentlich vom Gemeinderaum ab: seiner Gestaltung, den Möglichkeiten darin, seinem Stil, seiner Einrichtung, seiner Entfernung. Weil Gemeinde im Gemeinderaum stattfindet ist der Gemeinderaum das »Behavior Setting« das Gemeinde zum Funktionieren bringt. Oder eben auch nicht. Gemeinden die eigene Gemeinderäume haben bleiben bestehen weil diese Räumlichkeiten bestehen bleiben. Oft nur deshalb. Gemeinden ohne eigene oder sonst geeignete Räumlichkeiten gehen ein. Auf jeden Fall darf man sich als Gemeinde durchaus eingestehen dass der Raum einen enormen Einfluss auf z.B. die Gemeinschaft der Gemeinde hat. Denn so ist es (… bleibt die Frage ob das tatsächlich Gemeinschaft ist was nur besteht wenn es zufällig eine Möglichkeit dazu gibt).

Außerdem hängt das »Funktionieren« einer Gemeinde ganz wesentlich von der Begeisterung der einzelnen Mitglieder und einer »kritischen Masse« ab.

Das beides beschrieb das Funktionieren einer Gemeinde als soziale Gruppe. Diese Aspekte finden sich in jeder sozialen Gruppe. Mindestens zu Beginn funktioniert eine Gemeinde so. Bis der menschliche Enthusiasmus aufhört, die kritische Masse unterschritten wird und das Environment Setting versagt. Das letzte passiert leider zu selten, deshalb existieren viele Gemeinden zu lange, als Hülsen.

Ist das aber alles? Wo ist Gott, der Heilige Geist, das Übernatürliche? Was tut Gott in der Gemeinde? Solange man beobachtet dass eine Gemeinde aufgrund des Behvior Settings und der Gruppendynamik funktionert ist das tatsächlich alles. Da hat Gott noch nichts getan und musste nichts tun um die Gemeinde zusammen zu halten. Erst wenn das alles aufgehört hat, erst danach: dann beginnt »geistliche Gemeinde«, das was mehr ist als ein Club. Leider erlebt man das heute kaum noch weil eine Gemeinde aufgelöst wird wenn sie scheinbar »nicht mehr funktioniert«.

Was würde »danach« passieren? Man sollte sich an den Gedanken gewöhnen dass das Wirken Gottes, das dann beginnt, völlig unspektakulär aber sehr, sehr tief ist. Das Übernatürliche daran ist: Menschen bleiben zusammen eine Gemeinde obwohl es, menschlich gesehen, keinen Grund (mehr) dazu gibt.

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