Wie entstanden die »ganz alten« Religionen? Der Hinduismus in seiner ursprünglichen Form, der Zoroastrismus usw.? Es finden sich interessanterweise Inhalte über einen gerechten, heiligen und gleichzeitig barmherzigen Schöpfergott darin:

  • Rigveda 1,25. Während sonst der ganze Liederkreis 1 der Rigveda purer Götzendienst ist, pures Instrumentieren der Götter.
  • Varuna
  • Zoroastrismus. Der Zoroastrismus könnte der Mischglaube sein den babylonische Herrscher von Daniel übernommen haben (Kyros II. und Xerxes I. waren Zoroastrier) [Quelle]. Das ist interessant: das Gottesbild ist sinnvoll, aber der Weg zu Gott den sie gehen wollen funktioniert nicht; warum kommt verdammt nochmal kein Mensch auf die Idee dass Gott gnädig ist? Denn wenn Gott soviel mächtiger ist als Menschen dann liegt es an ihm dass Menschen »Leben« erhalten.
  • Die »Offenbarung der Sterne«.

Interessant wäre also eine Art Operation aller Religionen um ihren Kern zu finden.

Interessant wäre auch eine vergleichende Religionsdarstellung um zu zeigen dass alle Religionen außer dem Judentum und Christentum von Anfang an oder sehr bald danach Götzenkulte sind (… so ist es!!). Immer geht es darum dass Menschen einen Gott instrumentieren wollen um eigene Ziele zu erreichen. Als Alternative gibt es noch rein philosophische Religionen. Die Wandelbarkeit aller Religionen (außer dem Judentum und Christentum) beweist ihre menschengemachte Herkunft. Die wahre Religion herauszufinden ist also gar nicht so schwer. Alternativen können nur die alten Religionen sein (denn man sollte annehmen dass Gott schon immer zu finden war wenn er denn überhaupt zu finden ist). Baha’i, Islam, Mormonentum usw. sind also schon aufgrund ihres Alters völlig indiskutabel.

Inspirationen aus »The Connie Crothers Interview Part 1«:

  • Denkansatz: könnte es sein dass eine selbstkritische Beobachtung des eigenen Glaubenslebens und der eigenen Beziehung zu Gott diese Dinger blockieren und verhindern? Ganz so wie eine beurteilende, selbstkritische Bewertung der eigenen musikalischen Performance verhindert dass echte Improvisation entsteht? Und ganz so wie die Anstrengung etwas richtig zu machen verhindert dass flow state entsteht?
  • Hilfen um zum musikalischen Improvisieren im flow state zu gelangen sind: Entspannungstechniken, Stress Management, Atemtechniken, Körperbewusstsein, Improvisationen großer Künstler mitsingen um das »flow state feeling« nachempfinden zu lernen, meditatives und dann emotional expressives und dann improvisierendes Spiel über einfachsten Melodien, das »Hören auf die innere Musik« und sie nicht zurückzuhalten führt zur Dauerhaftigkeit des »inspirierenden Moments«.
  • Analog sind eventuell folgende Dinge hilfreich um zu einer Beziehung zu Gott im flow state zu gelangen: kein beurteilendes Denken ob man eine »richtige« Beziehung zu Gott hat oder ob man überhaupt eine Beziehung zu Gott hat (»Lebe einfach!«); seine Gefühle, Gedanken und Intuition vor Gott ausleben statt sie aus Angst vor Fehlern selbstkritisch zurückzuhalten; wiederholtes Leben eines einzigen trivialen Lebensaspekts bis dies »flow state« wird; Biografien und Geschichten lesen von solchen die eine solche Beziehung zu Gott hatten.
  • »Any kind of judgmental thing is the ego, taking over, wanting to run the show actually.« (Connie Crothers in »The Connie Crothers Interview Part 1«).
  • Einziges Problem bei der Akzeptanz von flow state als »default state« des (Glaubens-)Lebens bisher: es ist ein »axiomatischer« Bereich der nicht beweist real zu sein (statt nur eine Uminterpretation der Erfahrungen). Vielleicht lohnt sich das Experimentieren damit trotzdem, denn es könnte sein dass sich dieser »Selbstbeweis« nach einiger Zeit einstellt durch Bezüge zur sonst erlebten Realität.

Was ist Geist? Grundsätzliche Alternativen: eine nichtmaterielle Substanz in einer Parallelwelt; oder, Sinnhaftigkeit i.S.v. auf materiellem Substrat implementierbare aber unabhängig davon existentes »ordnendes Sein«, »Information«.

Die Bezeichnung »Logos« für Jesus und Gott deutet darauf hin dass diese letztere Alternative korrekt ist. Das Problem dabei ist üblicherweise: man findet keine Erklärung für die Existenz von Personen, denn man kann sie sich ja nicht als unteilbare »Entitäten« aus geistlicher Substanz vorstellen.

Eine Lösung für dieses Problem ist: man darf sich »Person« nicht als »atomare Einheit des Geistlichen« vorstellen. Schon deshalb nicht weil es eine denkfaule, naive Beschreibung für das Nicht-Erkannte ist. Stattdessen: »Person« ist die Konzeptualisierung für bestimmte eigenstabile, selbstbezogene geistige Systeme (bzw. »Informationssysteme«). So etwas wie »freischwebende Programme« – materielles Substrat (ein Körper, ein Gehirn) kann zu ihnen gehören, muss aber nicht. So fordert man nicht die Existenz geistlicher Substanz sondern bloß dass Information »unkodiert« (d.i. ohne materielles Substrat) existieren kann. Diese Forderung bietet natürlich gleichzeitig eine Erklärung für das Weiterleben nach dem Tod. Körperlose Personen (»freischwebende Programme«) können zwar existieren aber nicht oder nur eingeschränkt mit anderen Personen wechselwirken. Deshalb vermutlich die Existenz der Materie. Zusätzlich muss man fordern dass sich unkodierte Information trotzdem auf das Materielle auswirken kann … sonst könnte Gott nichts im materiellen Bereich tun.

Somit wird hier für »Person« als Modell angenommen: eine Person ist aus »Informations-Atomen« aufgebaut, beim Menschen ist dies komplett abgebildet im Gehirn. Das ist ein neuartiges Modell weil erstmals Person nicht mehr als Entität gesehen wird sondern in ähnlicher Weise als zusammengesetzte Struktur wie ein »Körper« im materiellen Bereich.

Und nun: »Gott ist Geist« bedeutet dann auch dass Gott solch ein (meist körperloses) eigenstabiles selbstbezogenes geistiges System ist. Das sich gleichzeitig in drei Personen ausdrückt (mehrpersonale Einheit, beschrieben durch die Trinität).

Fragt sich nun noch was Materie ist: es spricht nichts dagegen sie zu betrachten als als »Erscheinungsform des Geistigen die zur freien Verfügung steht«, quasi etwas das Gott beständig in gleicher Weise zur Verfügung stellt so dass etwas wie »Welt« darin stattfinden kann, etwas das unabhängig ist von Gott. Dieser Vostellung liegt dann die Annahme zugrunde dass Gott nichts außerhalb seiner selbst schaffen kann.

Oder, alternativ: die Annahme dass es auch Geist außerhalb Gottes geben kann ist besser. Das ist problemlos denkbar, denn Geist ist nichtmateriell und kann also beliebig aus dem Nichts entstehen. Somit wird einfach ein unendlich großes »Geist-Universum« postuliert in dem beliebig viele eigenstabile geistige Systeme existieren können – wieder problemlos denn auch für unendlich viel Geist wird keine Materie benötigt. Somit können andere Geister getrennt von Gott existieren (menschliche Geister, Dämonen usw.). Und es spricht dann auch nichts dagegen die Materie als eigenstabiles (aber nicht selbstbezogenes!) geistiges System zu betrachten: auch Materie ist Geist; Materie ist nicht selbstbezogen weil strukturlose Materie, sich selbst überlassen, nicht zur Selbstbeobachtung tendiert (2. Hauptsatz der Thermodynamik). Nur andere geistige Systeme die einen materiellen Bestandteil haben (Menschen, Tiere usw.) können Materie beobachten; die Materie dient ihnen als »Middleware«: als Schnittstelle zwischen Geist.

Wichtiger Forschungsbereich zur Überprüfung dieser Theroie: Geist-Materie-Interaktion. Postuliert wird ja dass reiner Geist gestaltende Wirkung in Materie haben kann (was z.B. bei dämonischer Besessenheit auftreten würde indem Programmierung und Struktur im Gehirn durch einen dämonischen Geist geändert werden.)

Diese Theorie hat interessante Implikationen auf das Selbstbild: man sieht sich nicht mehr als unteilbare Einheit sondern als hochkomplexes System, aufgebaut aus Bestandteilen die selbst keine personalen Eigenschaften haben.

Außerdem hat sie interessante Implikationen auf das biblische Konzept »Fleisch«. Denn: nach dieser Theorie ist die Programmierung des Gehirns der Zustand des Geistes. Eine moralisch böse Programmierung des Gehirns ist also gleichbedeutend mit einem moralisch bösen Zustand des Geistes. Und den Heiligen Geist zu haben ist dann etwas wie eine vom Menschen untrennbare gute Komponente, stellvertretend gut und auch so dass der Mensch Schritt um Schritt durch diesen neuen guten »Kern«, dieses »unlöschbare gute Programm« geheiligt wird.

Es ist eine interessante Beobachtung dass es »außergewöhnliche Bewusstseinszustände« nicht nur beim Bewusstsein eines Individuums gibt sondern (in einem analogen Sinn) auch beim kollektiven Bewusstsein einer sozialen Gruppe oder ganzen Gesellschaft. Beispiele dafür:

  • Die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006. Viele Deutsche berichten dass ihnen das Kollektivbewusstsein der Deutschen in dieser Zeit besonders gefiel: fremde Menschen redeten miteinander, die Menschen interessierten sich füreinander, die Menschen sprachen auf der Straße einander einfach an und es war nicht mehr wie sonst meist ein »Tabubruch«.
  • Die Flutkatastrophe in Ostdeutschland. Eine ähnliche Erscheinung: es lag ein besonderer »Gemeinschaftsgeist« in der Luft, die Menschen in den betroffenen Gebieten redeten auf der Straße miteinander, jeder hatte etwas zu sagen und beizutragen.
  • Im kleinsten sozialen Rahmen gibt es das auch: Verliebtsein könnte man als solch einen Zustand sozialer Ekstase betrachten. Kennzeichen ist wieder dass Prioritäten gegenüber dem Alltag Kopf stehen.

Nun folgt eine Vermutung: der Beginn von Erweckungsbewegungen und der Beginn verschiedener Gemeinderichtungen war genauso durch solche »soziale Ekstase« bestimmt. Zum Beispiel der Beginn der Pfingstbewegung: die Menschen gingen wochenlang nicht mehr zur Arbeit, alle bisherigen und so lange Jahre erlernten Prioritäten standen Kopf. Oder zum Beispiel der Beginn der ersten Gemeinde in Jerusalem: Menschen die sich bisher nicht kannten interessierten sich füreinander, teilten alles miteinander. Diese Liebe untereinander stellte die bisherigen Werte auf den Kopf: dass sich jeder zuerst um sein eigenes Auskommen sorgen muss galt plötzlich nicht mehr. Ein weiteres Beispiel: wenn Menschen ein »persönliches Erwecktwerden« im Glauben erleben dann ist die Beziehung zu Gott in »sozialer Ekstase«, wieder stehen Werte völlig Kopf, solche Menschen sind oft auch völlig locker und unverklemmt, gegenüber Fremden völlig enthusiastisch bzgl. Gott, ohne Furcht vor deren Reaktionen.

Und nun folgt eine Frage: Will Gott diese Zustände? Will der Heilige Geist dass solche »soziale Ekstase« dauerhaft ist, der Normalzustand? Ist das Liebe in der Gemeinde die andere anzieht und beeindruckt, Leben im Geist?

Und noch weitere Fragen: Wie kann soziale Ekstase zum Dauerzustand werden, wo doch zu beobachten ist dass der Mensch vermutlich durch seine Trägheit und Gewohnheiten stets sehr schnell zur »Normalität« zurückkehrt? Und was sind überhaupt die Bedingungen damit soziale Ekstase entsteht? Ist sie »machbar«? Ist geistlich bedingte »soziale Ekstase« aber ebenfalls machbar, oder macht man dann bloß den Effekt durch menschliche Begeisterungsfähigkeit nach während man das Wesen (und damit eine potentielle Nachhaltigkeit) nicht selbst erzeugen kann?

Und nun mein Bekenntnis: wenn ich »Gemeinschaft«, »Liebe untereinander« und »ideale Gemeinde« sage dann meine ich stets und seit langem solche Zustände sozialer Ekstase … echte Gemeinschaft, Liebe und Gemeinde sind hundertmal intensiver als der Alltag pflege ich zu sagen. Ich suche nach diesen Zuständen als Dauerzustand, als Normalität, habe sie aber nur in kleinsten Ansätzen überhaupt jemals erlebt. Den Alltag (= soziale Nicht-Ekstase) finde ich absolut langweilig und wertlos, sein Wertsystem gar nicht lebenswert. Entsprechend unzufrieden bin ich oft.

Meine Suche nach sozialer Ekstase drückt sich zur Zeit in meinem Interesse an Community aus: ich vermute und hoffe, dort soziale Ekstase erleben zu können. (Vermutlich werde ich enttäuscht … so einfach ist das nicht zu finden, der Normalfall ist auch in Gruppen zuerst einmal der Alltag, in dem »volle Liebe und Gemeinschaft« durch ego-zentrierte Bedenken am Entfalten gehindert wird.)

Eine abschließende Beobachtung: mit meiner Suche bin ich nicht allein. Viele viele Songs besingen das: das Nicht-Alltägliche, das Besondere, Übernatürliche, Glück, Flow statt Ödheit usw..

Soziale Ekstase (bzw. mindestens starkes Zusammengehörigkeitsgefühl) wird durch Aktionen gestärkt die »zusammenschweißen«. Das sind insbesondere solche in denen man gemeinsam eine Gefahr übersteht. Wenn ich solche Gemeinschaft suche könnte es also angemessen sein, mit einer Gruppe anderer zusammen eine Weltreise zu unternehmen.

(Nachtrag 2007-06-08, Anlass zu diesen Gedanken war nämlich folgendes kleine Erlebnis: auf der Gemeindefreizeit mussten wir als Wanderer zusammen im Feldbergturm Schutz vor Gewitter und Regen suchen.)

… das ich aktuell habe, ist: Es gibt keine dauerhaft erlebte Bestätigung dessen was ich glaube.

Also brauche ich einen anderen Grund es zu glauben. Welchen? Geschichte? Dann sollte ich Archäologie und Geschichtsforschung betreiben. Einzelne persönliche Erlebnisse? Dann sollte ich Journaling betreiben und eine fundierte Analyse des Erlebten. Wunder und andere einzelne Erlebnisse anderer? Dann sollte ich mich mit Berichterstattung, Journalismus, Objektivierung, Beweisführung usw. beschäftigen. Das »Reden Gottes« durch Gedanken, Eindrücke usw.? Dann sollte ich Verfahren finden um direkt oder nachträglich erkennen zu können dass Gott geredet hat trotz dass es sich »angefühlt« hat wie normale spontane Gedanken und Gefühle.

Es könnte sinnvoll sein nach einer Basis des Glaubens zu suchen die ohne Erleben auskommt … denn das Erleben oder zumindest der subjektive Eindruck davon ändert sich beständig und würde dann zu neuen Problemen mit dem Glauben führen.

Es ist eine gute Beobachtung dass alle Menschen zu allen Zeiten (… und fast alle heute) aus ihrer Erfahrung ihren Glauben leben mussten – das muss also möglich sein. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wahrheitsfindung können Menschen normalerweise nie einsetzen. Dafür waren die Erfahrungen (manchmal?) so deutlich dass Zweifel wertlos sind (Wunder, …). Vielleicht sollte ich auch beginnen einfach nur Erfahrungen mit Gott zu sammeln und so den Glauben zu leben?

Was wäre ein gutes Paradigma für die Art wie Gott mit der Welt umgeht? Ist Gott eher die Ursache hinter allem und jedem oder eher ein Charakter der auf der selbstgeschaffenen Bühne »Welt« mit auftritt?

Wohl eher letzteres. Das zeigt sich daran dass Gott sich stets einzelnen Menschen in ihrem Leben offenbart. Und insbesondere daran dass Gottes letztes Reden an die Menschen gerade das war: sein eigenes Auftreten auf dieser Bühne, als Mensch Jesus Christus.

Vielleicht sollte man Gott also einen »deliberativen Deisten« nennen: die Welt ist nicht deistisch weil Gott nicht anders könnte, und in Einzelfällen ist sie ja auch alles andere als deistisch. Sondern weil Gott es so will: dass die Welt und ihre Wesen ab dem Zeitpunkt ihrer Erschaffung frei sind, was auch bedeutet, dass sie die Konsequenzen all ihren Handelns selbst tragen, und auch, dass sie sich gegenseitig schädigen können. Man kann sich die Materie als ewig vorstellen und Gott als den der daraus zu Anfang eine Welt gemacht hat … die nun selbst abläuft, aber Gott beobachtet und greift auch ein. Das bedeutet aber auch dass Gott an keinem konkreten Unglück in dieser Welt direkt Schuld trägt.

Den Unterschied zwischen Massentierhaltung und Leben in freier Natur gibt es auch bei Menschen. Es ist der Unterschied zwischen einem Leben dessen Tätigkeiten vordefiniert und wertlos sind, und einem Leben das aufregend schön und nützlich ist und Alleinstellungsmerkmale hat (Leben als Kunstform). Begegnet man Menschen in Massenhaltung so frage man sich wie man sie befreien kann. Wie öde ist es doch zum Beispiel, vor einer katholischen Kirche in Manila Kerzen zu verkaufen. And perhaps God would say: Is this what I made you for? Es geht gar nicht einmal zuerst darum, die Zeit bis zum Tod »sinnvoll« zu nutzen und »Gutes« zu tun. Denn ohne Tod gäbe es keinen Mangel an Zeit und ohne das Böse keinen Mangel an Gutem. Es geht darum: Gottes Ebenbild zu sein statt durch das eigene Beispiel ein falsches Bild von Gott zu erwecken.