… das ich aktuell habe, ist: Es gibt keine dauerhaft erlebte Bestätigung dessen was ich glaube.

Also brauche ich einen anderen Grund es zu glauben. Welchen? Geschichte? Dann sollte ich Archäologie und Geschichtsforschung betreiben. Einzelne persönliche Erlebnisse? Dann sollte ich Journaling betreiben und eine fundierte Analyse des Erlebten. Wunder und andere einzelne Erlebnisse anderer? Dann sollte ich mich mit Berichterstattung, Journalismus, Objektivierung, Beweisführung usw. beschäftigen. Das »Reden Gottes« durch Gedanken, Eindrücke usw.? Dann sollte ich Verfahren finden um direkt oder nachträglich erkennen zu können dass Gott geredet hat trotz dass es sich »angefühlt« hat wie normale spontane Gedanken und Gefühle.

Es könnte sinnvoll sein nach einer Basis des Glaubens zu suchen die ohne Erleben auskommt … denn das Erleben oder zumindest der subjektive Eindruck davon ändert sich beständig und würde dann zu neuen Problemen mit dem Glauben führen.

Es ist eine gute Beobachtung dass alle Menschen zu allen Zeiten (… und fast alle heute) aus ihrer Erfahrung ihren Glauben leben mussten – das muss also möglich sein. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wahrheitsfindung können Menschen normalerweise nie einsetzen. Dafür waren die Erfahrungen (manchmal?) so deutlich dass Zweifel wertlos sind (Wunder, …). Vielleicht sollte ich auch beginnen einfach nur Erfahrungen mit Gott zu sammeln und so den Glauben zu leben?

Was wäre ein gutes Paradigma für die Art wie Gott mit der Welt umgeht? Ist Gott eher die Ursache hinter allem und jedem oder eher ein Charakter der auf der selbstgeschaffenen Bühne »Welt« mit auftritt?

Wohl eher letzteres. Das zeigt sich daran dass Gott sich stets einzelnen Menschen in ihrem Leben offenbart. Und insbesondere daran dass Gottes letztes Reden an die Menschen gerade das war: sein eigenes Auftreten auf dieser Bühne, als Mensch Jesus Christus.

Vielleicht sollte man Gott also einen »deliberativen Deisten« nennen: die Welt ist nicht deistisch weil Gott nicht anders könnte, und in Einzelfällen ist sie ja auch alles andere als deistisch. Sondern weil Gott es so will: dass die Welt und ihre Wesen ab dem Zeitpunkt ihrer Erschaffung frei sind, was auch bedeutet, dass sie die Konsequenzen all ihren Handelns selbst tragen, und auch, dass sie sich gegenseitig schädigen können. Man kann sich die Materie als ewig vorstellen und Gott als den der daraus zu Anfang eine Welt gemacht hat … die nun selbst abläuft, aber Gott beobachtet und greift auch ein. Das bedeutet aber auch dass Gott an keinem konkreten Unglück in dieser Welt direkt Schuld trägt.

Den Unterschied zwischen Massentierhaltung und Leben in freier Natur gibt es auch bei Menschen. Es ist der Unterschied zwischen einem Leben dessen Tätigkeiten vordefiniert und wertlos sind, und einem Leben das aufregend schön und nützlich ist und Alleinstellungsmerkmale hat (Leben als Kunstform). Begegnet man Menschen in Massenhaltung so frage man sich wie man sie befreien kann. Wie öde ist es doch zum Beispiel, vor einer katholischen Kirche in Manila Kerzen zu verkaufen. And perhaps God would say: Is this what I made you for? Es geht gar nicht einmal zuerst darum, die Zeit bis zum Tod »sinnvoll« zu nutzen und »Gutes« zu tun. Denn ohne Tod gäbe es keinen Mangel an Zeit und ohne das Böse keinen Mangel an Gutem. Es geht darum: Gottes Ebenbild zu sein statt durch das eigene Beispiel ein falsches Bild von Gott zu erwecken.

Nach der Bedürfnispyramide gehört es zum Luxus, eine eigene Identität zu finden und sie auszuleben, ununterscheidbar zu sein von allen anderen. Aber ist das nicht unsere »Berufung« durch Gott: unsere Gaben zu erkennen und damit zu dienen, und so zu einem unverzichtbaren Teil der Realität zu werden? In der Gemeinde zumindest gilt: wenn ein Glied leidet, so leiden alle anderen mit.

In der Natur tut jedes Wesen, was in der jeweiligen Situation für es selbst angemessen ist. Weil das Invariante der Situationen harmonisch ist (z.B. welche Tierarten es wo gibt) ist das Gesamtsystem in einem dynamischen Gleichgewicht, d.h. es gibt keinen Machtmissbrauch, keine Systemstörung durch Ausnutzung usw., das System »funktioniert«.

Zu tun was für einen selbst in der eigenen lokalen Situation gerade angemessen wird beschrieben inder Behavior Setting Theorie. Beispiele aus der Natur: Tiere essen Früchte von Pflanzen weil es für sie angemessen ist; und tragen damit zur Verbreitung der Samen dieser Pflanzen bei.

Wenn Natur aufgrund dieser regulierenden Mechanismen funktioniert (und nicht aufgrund eines Verbots den eigenen Vorteil zu suchen, sondern gerade dieses Suchen mit integriert) so ist es auch zulässig und vielversprechend Community als »Behavior Setting im dynamischen Gleichgewicht« zu entwerfen. Selbstlos gebende Liebe ist nicht das Funktionsprinzip in der Natur, muss es also auch nicht in der Community sein. Sondern: ein im Normalfall aufeinander abgestimmter Kreislauf von Geben und Empfangen.

Vielleicht sollte man statt einem subjektiven Maß ein pragmatisches Maß vorschlagen: tiefe Gemeinschaft ist dann wenn Menschen dadurch heiliger werden (oder werden könnten wenn sie wollen). Das nimmt viel von (übersteigerter?) Faszination aus den eigenen Gedanken über Gemeinschaft. Und erklärt viele Beziehungen z.B. in Gemeinde für »tief« obwohl sie im eigenen Eindruck nicht besonders tief sind. Anders ausgedrückt: die Tiefe einer Gemeinschaft sollte nicht an ihrer emotionalen Wirkung gemessen werden.

Habe heute zufällig (???; auf jeden Fall ohne danach zu suchen) eine Gruppe entdeckt die tatsächlich eine mobile Community sind: die Mobile Freak-Gemeinde. Ganz spannend sind die Videos auf dieser Site. Guys, seid ihr verrückt!!!

Außerdem entdeckt: dass es seit ein paar Wochen nun »ganz offiziell« eine Freak-Kommune in Portugal gibt … sie haben 50.000 m² Land kaufen können. Es soll eine Art Community-Anlaufstelle für nomadisch lebende Menschen sein. Siehe den Blog der Gründerin.

Vielleicht könnte ich die beiden Gruppen mal besuchen? Und mir vorher über guru.com Telearbeit besorgen so dass ich mich selbst versorgen kann und gut an jedem Ort Geld verdienen kann um diese Communities mit zu versorgen. Das wäre dann der Beginn meines »sinnlosen Herumreisens« bis ich erkenne was Gott für mich will bzw. wie ich in dieser Welt leben kann.